Die wundersame Verwandlung der Raupen

Ende April bekamen die dritten Schuljahre unerwarteten Besuch: 60 kleine Raupen wollten in den kommenden Wochen beobachtet und bestaunt werden. Von nun an wurde jeden Tag gemessen, ob die Raupen gewachsen sind, was sie fressen, wie sie aussehen und was sie den ganzen Tag so tun. Mit Lupen ließ sich feststellen, dass Raupen verschiedene Körperteile haben, sechs Augen und durch kleine Atemlöcher am Körper Luft bekommen.

Nach nur wenigen Tagen waren die Raupen auf die doppelte Größe gewachsen. Damit die Raupen so schnell wachsen können, werfen sie viermal ihre Haut ab, die man dann auf dem Boden finden kann.

Außerdem begannen die Raupen, Seidenfäden zu spinnen. Es stellte sich dann auch heraus, warum: alle Raupen kletterten an die Decke der Plastikbehälter und hängten sich dort kopfüber an einem selbst gesponnenen Seidenfaden auf.

Schon am nächsten Tag waren es gar keine Raupen mehr. Nichts war mehr zu sehen von Kopf, Hinterteil, haarigem Körper und Beinen - unsere Raupen hatten sich verpuppt!

Als Puppen hingen sie fast zwei Wochen fast unverändert nur herum. Manchmal zappelte eine Puppe und nach und nach wurde die Puppe immer dunkler.

Und dann war es endlich soweit: mitten im Mathe- und Deutschunterricht mussten wir immer wieder Pausen einlegen, um eine Schmetterlingsgeburt zu beobachten. Gar nichts mehr erinnerte an die braun-grüne Raupe. Aus den sechs Punktaugen waren zwei große Facettenaugen geworden, es waren nun nur noch sechs Beine, dazu ein Rüssel und zwei Fühler.
Die Falter waren zuerst noch ganz klein, grau und mussten ihre Flügel entfalten. Besonders spannend zu sehen war, wie die Falter die orange Farbe in die Flügel pumpten. Erst jetzt leuchteten sie schön bunt. Einige Tage hatten wir nun Zeit, die Falter zu beobachten. Dann war es Zeit, Abschied zu nehmen. Auf dem Schulhof öffneten wir die Flugkäfige und winkten den Faltern noch ein letztes Mal nach.